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Krisenambulanz

Schwerpunkte der Krisenambulanz sind Opfer- und Kinderschutz

Abklärung von körperlicher und sexueller Gewalt und Nachsorge.

Sexuelle, körperliche und psychische Gewalt gegen Frauen zählt in unserer Gesellschaft noch immer zu den Tabuthemen. Gewalt gegen Frauen ist ein Problem, das sich durch alle sozialen Schichten, Altersgruppen und Ethnien zieht.

Das Ziel ist, ambulante oder stationäre Gewaltopfer mittels forensisch haltbarer Spurensicherung zeitnahe abzuklären, im Bedarf zu versorgen, zu unterstützen und zu informieren, sowie die Patientin und deren Kinder vor weiteren Übergriffen zu schützen und sicher unterzubringen. Hier ist in jeder Hinsicht ein interdisziplinäres Vorgehen indiziert, das die Psychosomatische Ambulanz unter der Leitung von Frau Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. med. univ. Katharina Leithner-Dziubas, die Universitätsklinik für Unfallchirurgie bei Folgen von körperlicher, häuslicher Gewalt, die Sozialarbeit an der Universitätsklinik für Frauenklinik und die Universitätsklinik für Dermatologie (Station 4 SÜD/HIV Ambulanz), die Gerichtsmedizin und andere Fachdisziplinen bei Bedarf einschließt.

In der Nachsorge werden der psychosoziale Dienst, der Frauennotruf, die Frauenhäuser, die Interventionsstelle gegen Gewalt und andere Fachdisziplinen zur weiteren psychischen Stützung der Betroffenen oder zur Begleitung im Strafprozess involviert.

Bei sexuellen Übergriffen erfolgt die Abklärung und Spurensicherung nach standardisierten Leitlinien. Hier gilt, dass bis 10 Tage nach dem Übergriff bei sogenannten „akuten Fällen“ eine Spurensicherung durchgeführt werden soll. Die Dokumentation erfolgt im „MedPol Bogen“, der von Medizinern, der Polizei, den Staatsanwälten und dem BMI gemeinsam entwickelt wurde, um eine gerichtstaugliche Dokumentation sicherzustellen.

Alle „chronischen“ Fälle bedürfen meist zuerst einer psychologischen oder psychiatrischen Betreuung. Je nach Wunsch der Patientin und der forensischen Fragestellung werden diese über die Krisenambulanz zur weiteren Abklärung vorgestellt.

Durch die Etablierung des „Fokusprojektes“, das an der Pädiatrie verortet ist, ist die zeitnahe und kindgerechte forensische Abklärung von Kindern und Jugendlichen in ganz Wien und Umgebung gesichert. Durch Module mit Checklisten, die auf der Homepage der Kinderklinik einsehbar sind, und regelmäßige Schulungen wird die forensische Qualität des Kinderschutzes gewährleistet.


Hymenalbegutachtungen bei Frauen mit Migrationshintergrund
Frauen und Mädchen stehen unter einem enormen interkulturellen, familiären Druck vor einer geplanten Verehelichung. Themen wie Hymenalrekonstruktion und sinnvollere Alternativen kommen hierbei zur Sprache.

Abklärung von Frauen und Kindern mit Female Genital Mutilation (FGM/FGC)
Betroffene werden von der Schwangerenambulanz oder von FEM Süd zur Festlegung des Geburtsmodus, als auch zur Beratung von Müttern, die Töchter geboren haben vorgestellt. Körperliche Folgen der Beschneidung werden erfasst. Im Bedarf werden Defibulationen bei vorliegenden Infibulationen WHO Grad III oder Klitorisrekonstruktionen durchgeführt.

Es besteht auch das Angebot einer weiterführenden Sexualtherapie. Sexualstörungen (FSD) werden nach der Methode von Dejardin nach dem Konzept der klinischen Sexologie Approche Sexocorporel behandelt. Es werden Frauen mit Dyspareunie, Libidoverlust, Vaginismus, Anorgasmie, Vulvodynie und chronischen Unterbauchschmerzen betreut.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die prä- und postoperative Betreuung von genitalen Fehlbildungen. Hier wird die Vorbereitung zu rekonstruktiven Operationen und Kontrollen nach Anpassung von Scheidenphantomen bei Vaginalstenosen, MRKH oder anderen Fehlbildungen des Genitales nach operativer Korrektur durchgeführt.

 

Kontrazeptionsberatung
Viele Frauen und Mädchen mit psychischen oder komplexen Erkrankungen finden hier eine erste Betreuung, da die Medikation im Rahmen der Grunderkrankung einige gängige Verhütungsmethoden ausschließt.

 

 

Ambulanzzeiten:
Montag, Donnerstag
Telefonische Terminvereinbarung erforderlich!

Terminvereinbarung:
Tel.: +43 (0)1 40400-28040 oder +43 (0)1 40400-29040

Bild v. Fr. Prof. Dörfler

Ass.-Prof.in OAin Dr.in med. univ. Daniela Dörfler

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